Mai ist der Monat, in dem viele Selbstständige merken: Der Sommer ist näher, als gedacht — und mit ihm die wichtigste Steuerfrist des Jahres. Wer 2026 nicht in Verspätungszuschläge laufen will, sollte die folgenden Termine kennen und im Tool-Setup verankert haben.

Die wichtigste Frist: 31. Juli 2026

Der 31. Juli 2026 ist die reguläre Abgabefrist für die Steuererklärung 2025 — für alle, die ohne Steuerberater abgeben. Wer zum Vorjahr 2024 noch nicht abgegeben hat, hatte bereits den 30. September 2025 als Stichtag (für nicht-beratene Fälle nach der pandemiebedingten Verlängerung).

Mit Steuerberater verlängert sich die Frist für die Erklärung 2025 bis zum 30. April 2027.

Alle relevanten Termine 2026 im Überblick

DatumWas ist fällig?
10.01.2026USt-Voranmeldung Dezember 2025 / Q4 2025
10.02.2026USt-Voranmeldung Januar 2026
10.03.2026Lohnsteuer-Voranmeldung, Sozialabgaben Februar
10.04.2026USt-Voranmeldung März / Q1 2026
10.05.2026USt-Voranmeldung April
10.06.2026Vorauszahlung Einkommensteuer Q2
10.07.2026USt-Voranmeldung Juni / Q2
31.07.2026Steuererklärung 2025 (ohne Steuerberater)
10.09.2026Vorauszahlung Einkommensteuer Q3
10.10.2026USt-Voranmeldung September / Q3
10.12.2026Vorauszahlung Einkommensteuer Q4

Was ist neu in 2026?

1. E-Rechnungspflicht ist scharf

Seit 1. Januar 2026 müssen alle inländischen Unternehmen mit Vorjahresumsatz über 800.000 € im B2B ausschließlich strukturierte E-Rechnungen (XRechnung oder ZUGFeRD) versenden. Wer noch klassische PDFs verschickt, riskiert, dass Kunden die Rechnung zurückweisen — und die Steuerbehörden den Vorsteuerabzug versagen.

2. Höhere Umsatzgrenzen für Kleinunternehmer

Die Kleinunternehmerregelung wurde 2025 angepasst: Die Umsatzgrenze liegt seit Anfang 2025 bei 25.000 € (Vorjahr) und 100.000 € (laufendes Jahr). Wer 2025 darüber lag, ist 2026 umsatzsteuerpflichtig — mit allen Konsequenzen (USt-Voranmeldung, USt-Ausweis auf Rechnungen, etc.).

3. Neue Pauschalen und Freibeträge

Der Grundfreibetrag wurde auch für 2026 erneut angehoben. Detail-Werte und Anpassungen findet jeder, der eine moderne Steuersoftware nutzt, automatisch in der Berechnung — was insbesondere bei der EÜR und Anlage S 2025 relevant wird.

So vermeiden Sie Verspätungszuschläge

Verspätungszuschläge sind seit der Reform 2019 weitgehend automatisiert — das Finanzamt setzt sie regelmäßig ohne Ermessensspielraum fest, sobald die Frist überschritten ist:

  • Mindestbetrag: 25 €/Monat
  • Höchstbetrag: 25.000 €
  • Berechnungsgrundlage: 0,25 % der festgesetzten Steuer

Bei einer Einkommensteuer von 8.000 € sind das schnell 20 €/Monat Verspätungszuschlag — pro Steuerart, also Einkommensteuer und Umsatzsteuer separat. Aufgeschoben ist hier definitiv nicht aufgehoben.

Welche Software die Fristen für Sie überwacht

Zwei Setup-Varianten haben sich für Selbstständige bewährt:

Variante A — Buchhaltung & Steuer in einem Tool

Wer beides in einer Hand haben will, fährt mit Lexware Office am besten: Buchhaltung, USt-Voranmeldung, ELSTER-Anbindung und Erinnerungen für alle Termine sind integriert.

Variante B — Buchhaltung + dedizierte Steuersoftware

Wer die laufende Buchhaltung und die Jahressteuererklärung trennen will, kombiniert ein schlankes Buchhaltungstool wie sevDesk mit einer dedizierten Steuersoftware wie smartsteuer (geführter Einstieg) oder WISO Steuer (umfangreich, für komplexere Fälle).

Drei-Punkte-Plan für die nächsten Wochen

  1. Termine in den Kalender — alle, nicht nur den 31.07. USt-Voranmeldungen am 10. eines Monats werden in der Praxis häufiger vergessen als die Jahreserklärung.
  2. Belege für 2025 jetzt zusammensuchen. Wer im Juli erst anfängt, hat Stress. Wer im Mai/Juni alles aufbereitet, sitzt zur Frist entspannt am Tisch.
  3. Software-Setup prüfen. ELSTER-Zertifikat aktuell? Bankabgleich aktiv? E-Rechnungs-Empfang konfiguriert? Wenn dreimal Ja, ist der Stress 2026 deutlich kleiner.

Fazit

2026 ist das Jahr, in dem mehrere Steuer-Themen gleichzeitig scharf werden: E-Rechnung, höhere Umsatzgrenzen, automatisierte Verspätungszuschläge. Die gute Nachricht: Mit einer modernen Steuersoftware und einem klaren Termin-Setup ist das Pflichtprogramm in wenigen Stunden im Monat erledigt. Wer es jetzt aufsetzt, hat es bis Juli geschafft — und kann den Sommer ohne Steuer-Stress genießen.