DATEV ist der Platzhirsch der deutschen Buchhaltung — und genau das ist das Problem. Entwickelt für Steuerkanzleien, aufgebläht mit Funktionen, die kein Freelancer je braucht, und ohne direkten Zugang für Endanwender. Wer als Selbstständiger seine Buchhaltung selbst machen will, steht vor der Frage: Welche DATEV-Alternative kann das — und hat trotzdem eine DATEV-Schnittstelle für den Steuerberater?

Warum DATEV für Selbstständige oft die falsche Wahl ist

DATEV richtet sich an Kanzleien. Selbstständige bekommen DATEV nur über ihren Steuerberater — mit eingeschränktem Zugang, ohne direkten Support und oft zu intransparenten Kosten (Steuerberater rechnen DATEV-Lizenzen unterschiedlich ab).

Die typischen Pain Points:

  • Keine eigene Lizenz — immer abhängig vom Steuerberater
  • Komplexe Oberfläche, die für Buchhalter optimiert ist, nicht für Unternehmer
  • Keine E-Rechnungs-Funktion für Selbstständige (nur über Umwege)
  • Keine direkte Bankanbindung ohne Zusatztools

Die 5 besten DATEV-Alternativen mit DATEV-Schnittstelle

1. Lexware Office — der Allrounder

Lexware Office (früher lexoffice) ist der logischste Umstieg für DATEV-Verweigerer: moderne Oberfläche, vollständige E-Rechnungs-Integration und eine DATEV-Schnittstelle, die jeder Steuerberater problemlos einliest.

  • DATEV-Export: ✅ Buchungssätze + Belege
  • E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD):
  • Bankanbindung: ✅ Automatisch
  • Preis: ab 20,90 €/Monat

2. sevDesk — der günstige Einstieg

sevDesk ist preislich die beste Alternative für Einsteiger. Die DATEV-Schnittstelle liefert saubere Exporte, und die Bedienung ist so simpel, dass auch Buchhaltungs-Neulinge klarkommen.

  • DATEV-Export: ✅ Buchungsstapel + Belege
  • E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD):
  • Bankanbindung: ✅ Automatisch
  • Preis: ab 12,90 €/Monat

3. FastBill — der Automatisierer

FastBill setzt auf Workflow-Automation: Rechnungen werden automatisch aus Projektdaten generiert, Zahlungseingänge zugeordnet und der DATEV-Export für den Steuerberater vorbereitet. Für Dienstleister mit wiederkehrenden Rechnungen ideal.

  • DATEV-Export: ✅ Automatisch
  • E-Rechnung (XRechnung):
  • Bankanbindung: ✅ Automatisch
  • Preis: ab 3 €/Monat (Basis)

4. Papierkram — für Agenturen und Projektdienstleister

Papierkram kombiniert Buchhaltung mit Projekt-Zeiterfassung. Wer nach Stunden abrechnet und trotzdem saubere DATEV-Exporte braucht, findet hier die passende Nische.

  • DATEV-Export:
  • E-Rechnung (XRechnung, ZUGFeRD):
  • Projekt-Zeiterfassung: ✅ Integriert
  • Preis: ab 12 €/Monat

5. Sage — für wachsende Unternehmen

Sage ist der nächste Schritt Richtung “ernsthafte” Buchhaltung — näher an DATEV, aber ohne den Kanzlei-Zwang. Besser für Unternehmen ab 5 Mitarbeitern als für Solo-Selbstständige.

  • DATEV-Export: ✅ Vollumfänglich
  • E-Rechnung:
  • Lohnbuchhaltung: ✅ enthalten
  • Preis: ab 19,90 €/Monat

Vergleichstabelle: DATEV vs. Alternativen

FeatureDATEVLexware OfficesevDeskFastBillPapierkram
Zugang ohne StB
BedienungKomplexEinfachSehr einfachEinfachMittel
E-Rechnung readyUmwege
Bank-AnbindungZusatztool
EinstiegspreisÜber StB20,90 €12,90 €3 €12 €

So läuft der Wechsel von DATEV

Der Umstieg ist weniger kompliziert als viele denken:

  1. Testzugang anlegen bei einem der Tools (30-Tage-Testphase nutzen)
  2. Steuerberater informieren — welches Format er braucht (DATEV-Buchungsstapel, Belegarchiv etc.)
  3. Bankkonto koppeln — in 5 Minuten eingerichtet
  4. Letzten DATEV-Stand importieren — Summen- und Saldenliste reicht als Startpunkt
  5. Parallel fahren — 1 Monat beide Systeme nutzen, dann DATEV abschalten

Für wen lohnt sich der Wechsel?

Wechseln, wenn: Sie Solo-Selbstständiger oder kleines Team (<5 MA) sind und Ihre Buchhaltung selbst machen wollen.

Bei DATEV bleiben, wenn: Ihr Steuerberater die Buchhaltung komplett übernimmt und Sie null Zeit investieren wollen.

Fazit

DATEV ist wie ein LKW — perfekt für Speditionen, aber überdimensioniert für den Wocheneinkauf. Lexware Office, sevDesk und FastBill sind die Kompaktwagen der Buchhaltung: günstig, einfach zu bedienen und mit DATEV-Schnittstelle für den Steuerberater. Der Wechsel dauert einen Nachmittag und spart im Jahr hunderte Euro.